Montag, 29. Dezember 2014

미안하지만 난 정말 잘 살어 니 생각보다



Ich bin nicht mehr die Person, die ich einmal war. Manchmal scheint die Veränderung so dramatisch zu sein, dass ich mein Spiegelbild kaum wiedererkenne. Ich merke es selbst jeden Tag, wenn ich in die Augen der Menschen schaue. Sie sehen jemanden, den es bisher noch nicht gab. Jemanden, der bisher in den Schatten gestellt wurde, den gar keiner bemerkt hat.
Ich bin mir sicher, dass man eines Tages zufällig die Chance trifft, die auf seinen zukünftigen Lebenslauf einen großen Einfluss haben kann. Und ich bin auch davon überzeugt, dass man einmal an dem Punkt angelangt wird, in dem man sich nicht mehr weiterentwickeln kann,in dem man einfach vom Meer verschluckt wird, als wäre alles umsonst gewesen und hätte all die Mühe keinen Sinn gemacht. Ich weiß, dass ich nicht mehr das alte Ich bin. Ich spüre es in meinen Adern, dass ich viel stärker geworden bin. Es besteht die Möglichkeit, dass ich durch die Jahre meine Identität allmählich verloren habe, aber es kann ja auch sein, dass ich immer diese Person war, die die Leute auf der Straße spontan anlächelt. Ob meine Augen immer so gestrahlt haben, wie heute, die haben bisher einfach kein Ziel erreicht?
Meine Fehler, die ich niemals leugnen würde, sprechen jetzt für das Erwachsenendasein. Ich bin nicht mehr die damalige schüchterne Schülerin aus der zehnten Klasse, die niemandem aufgefallen ist.

Seht ihr mich schon? Ihr habt mich verpasst.

Wir müssen einfach zu schnell aufwachsen. Mit 20 Jahren ziehen wir schon von unseren Eltern weg und stehen auf eigenen Beinen, zahlen Rechnungen, reparieren die Mikrowelle (oder irgendwas, was kaputtgeht und die Nachbarn von nebenan es nicht reparieren kann) gehen an die Uni, suchen einen Vollzeitjob, whatsappen mit unserem Boss, entdecken die Liebe, besuchen das Finanzamt definitiv öfters als das riesige Einkaufszentrum in unserer Nähe, wechseln Liebesbriefe mit AOK über unsere aktuelle Versicherung, wir kochen, aufräumen, putzen, Geschirr spülen, lieben, hassen, lassen uns ärgern, nerven aber immer wieder gerne auch Andere, und die Zeit verfliegt unbemerkt. Wie ich mir wünsche, einmal wieder ein kleines Mädchen zu sein, dem niemand freche Komplimente macht, der sie süß findet, ein Kind, das im Wald frei rumlaufen kann, keine Verpflichtungen hat und vom Alltagsstress nichts versteht. Jemand, der die Welt mit glänzenden Augen betrachtet, der alles alleine entdecken will.
Aber erwachsen zu sein heißt nicht direkt, dass wir auf unsere Kindheit verzichten sollen. Ich halte noch immer die Hand meines Vaters und spiele Mario mit meiner Schwesti in unserem geräumigen Wohnzimmer und heule vor meiner Mutter, wenn ich mich im Dschungel der Gefühle verirre. Wie kann das sein, dass ich so erwachsen aber mittlerweile so jung wirke?

Darf ich zugeben, dass ich unendlich viele Fehler begehe und ich keine von ihnen betreue? All unsere Fehler bringen uns weiter auf dem Weg, den wir uns rausgesucht haben und lassen mehr von uns selbst wissen.
Wenn mir irgendjemand die Frage stellt (was nämlich täglich passiert), warum ich so jung aus Ungarn in ein „fremdes” Land gezogen bin, erwähne ich meistens, wie stark ich mich zum Land hingezogen fühlte, was aber wirklich dahinter steckt, wird nicht diskutiert. Es liegt nicht daran, dass ich Ungarn nicht mochte, oder daran, dass ich Deutschland besser mag. Ich hasste mich selbst. Ich konnte es einfach nicht mehr aushalten, jeden Tag in den Spiegel zu gucken und dasselbe zu sehen: ein kleines, bescheidenes Mädchen, dem einfach nichts übrig geblieben ist, bis auf ein leeres, gefühlloses Chaos im Kopf. Ich hasste, dass ich nichts dagegen machen kann, dass es den nächsten Tag, wenn ich meine Augen aufmache, genauso weitergeht und alles beim Alten bleibt. Ich war im Gefängnis, das ich selbst rund um mich herum aufgebaut habe und ich habe den Rückweg nicht mehr gefunden.
Aber die Erlebnisse und die Erfahrung verändern unsere Persönlichkeit, unsere ganze Erscheinung. Ich habe mir Zeit gelassen und genau das getan, was mein Herz sich begehrt hat, und nicht das, was die Gesellschaft von mir erwartet hat.
Und nun ist die Raupe zu einem Schmetterling geworden. 

Rucksack: Amazon


Sonntag, 28. Dezember 2014

Kurzes Update



Feliz Navidad!
Hoffentlich habt ihr Weihnachten glücklich überlebt?! Leider musste ich diesmal Weihnachten komplett skippen, weil ich arbeiten musste und noch dazu ist meine Familie in Ungarn geblieben also ich konnte den ganzen Tag auf Arbeit Jingle Bell Rock und I’m driving home for Christmas summen. Aber Skype sei Dank konnte ich mindestens meine Verwandten zu sehen bekommen, und wisst ihr was? Weil ich Weihnachten zum ersten Mal ganz alleine verbringen musste, habe ich mich mit ein paar Schönheiten überrascht. Darum gehts ja Weihnachten: Geschenke ohne Ende. (Und vielleicht noch ein bisschen Liebe aber es ist eher nebensächlich :D) Nun bin ich Pleite, aber glücklich, so oder so. Als ich auf der Suche nach neuen Kleidern war, habe ich einen Online-Shop entdeckt, den ich euch unbedingt zeigen wollte, falls ihr euer ganzes Weihnachtsgeld noch nicht ausgegeben habt. Jetzt habt ihr die Möglichkeit dafür! :D 1dress verkauft im Internet Ballkleider, Cocktailkleider, Abendkleider, alles findet ihr unter Kleider für besondere Anlässe. Aber natürlich sind auch Accessories, Brautkleider und auch Kleider für Kinder auf der Webseite zu finden, nicht dass ihr Panik bekommt! Jetzt gibt es gerade Sale, viele Kleidungen könnt ihr reduziert kaufen, und wenn ihr auf Facebook auf „Gefällt mir” drückt, habt ihr die Chance, einen 10€ Gutschein zu gewinnen!
Ich verabschiede mich jetzt, ganz bald kommt ein neuer Outfitpost von mir, ich muss mich erstmal nach diesen 2 wunderschönen Tagen ausruhen, die ich bei meiner Besti in Leipzig verbracht habe. Alles Jute! :3



Dienstag, 23. Dezember 2014

Holy Christmas!




I’m restless. Things are calling me away. My hair is being pulled by the stars again.

Ich bin ruhelos. Ich bin ständig auf der Suche nach dem Unbekannten, ich will immer weg, egal, wohin. Wahrscheinlich liegt es in meinem Blut, das mein Herz nie im Frieden lässt.

Fernweh. Mittlerweile kenne ich diesen Begriff allzu gut. So gut, dass es vielleicht der einzige Ausdruck ist, der mich am Besten beschreibt. Ich habe nämlich eine unverleugbare Leidenschaft für das Neue. Alles, was ich weder sehen noch erfahren kann, macht mich verrückt. Habt ihr auch manchmal dieses Gefühl, etwas zu verpassen, weil ihr gerade woanders seid? Mein Kopf sagt, du kannst nicht überall sein, aber ich erwische mich selbst ganz oft, dass ich schon wieder über die norwegischen Berge, die japanischen Blütenbäume und das kanadische Meer nachdenke. Das Leben ist zu kurz, um dort zu sterben, wo du geboren bist. Wie kann man überhaupt behaupten, dass man gelebt hat, wenn man gar nichts außer seinem „Sicherheitsbereich” kennt?!
Mit elf Jahren habe ich mir vorgenommen, die Welt zu entdecken. Die erste Station meiner großen Reise musste definitiv in Berlin stattfinden. Was mich dazu gebracht hat, jeden Tag sieben/acht Stunde vor den Büchern zu sitzen und ohne Ende zu büffeln? Die Erlebnisse. Ich bin kein unzufriedener Mensch, ich warte ganz ruhig ab. Und nach ein paar Jahren habe ich endlich die Möglichkeit, mit meinem großen Abendteuer anzufangen. Ich kaufe ein Zugticket, und fahre mit einem Koffer durch die beliebten europäischen Städte in das deutsche Vaterland.
Die Berliner MädchenWG wartet mit einem möblierten, geräumigen, modern eingerichteten Zimmer auf ihre neue Mitbewohnerin, die sich über die unbekannte Umgebung besonders gut freut. Aber ich kann die nagelneuen Schönheiten in meinem deutschen Zimmer nicht zu lange bewundern, weil ich mit anderen wichtigen Umzugsangelegenheiten beschäftigt bin. Nach einer Woche, als ich mit allem drum und dran komplett fertig bin, fange ich an, auf dem Internet zu wandern, weil ich unbedingt etwas für mein Zimmer kaufen soll, damit es noch viel hübscher „leuchtet”. Ich lege auch einen besonderen Wert auf die Erscheinung meiner eigenen Höhle, nicht nur auf mein Äußere. Tagelang mache ich die Webseite von Höffner , Ikea , oder Roller ausfindig und jage nach den passenden Teilen/Möbeln/Hausartikeln für mein geliebtes Zimmer. Wenn ich nur daran denke, wie viel Geld ich für mein Design ausgegeben habe, bekomme ich sofort pulsierende Kopfschmerzen… :D Und es ist nur der Anfang! Someone take my money away, before I spend more on everything… Ich kann den ganzen Shop alleine kaufen, und es wird mir da immer noch was fehlen.
Aber wisst ihr was? Meine Mutter hat mich gestern besucht, jetzt chillt sie 3 Tage bei mir (wenn man 3 Tage Äufräumen, Putzen und Kochen überhaupt Chillen nennen kann…). Ich wohne im vierten Stock, und ich habe mich vor meinem Umzug so sehr auf den Fahrstuhl gefreut, den es aber gar nicht gibt, die Treppen sind dafür riiiiesig, allein die Treppen einer Burg wären neidisch auf unsere… So mussten wir zum vierten Stock einen riesigen Koffer hochbringen, und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was da drin sein kann… Meine Mutter behauptete natürlich, dass sie nur das mitgebracht hat, was ich in der Zukunft für mein Wohlbefinden unbedingt gebrauchen kann. Als ich den Koffer öffnete, stockte mir der Anblick den Atem: sie hat einen ganzen Weihnachtsbaum aus Ungarn mitgeschleppt!!! Natürlich nicht so einen, wie es am Hauptbahnhof zu befinden ist, aber eigentlich ist er auch nicht winzig. Ich weiß schon, was in meinem Zimmer immer gefehlt hat: ein Weihnachtsbaum. Huh, problem solved, Lösung gefunden, ich habe jetzt alles, was mein Herz sich begehrt hat. Dafür sind aber Muttis da, oder?

Mit diesem Post wünsche ich euch schöne Feiertage, genießt das Leben und die leckeren Speisen, und vergesst nicht, „Kevin allein zu Hause” zu gucken!

Freitag, 19. Dezember 2014

Everything is amazing and nobody is happy

Vor einigen Tagen war dieser Moment wieder da. Der Moment, der mich in die Vergangenheit transportierte. Auslöser war dieser Artikel, der das bunte Modeleben in Berlin beleuchtet. Ich fing sofort an, an meine Kindheit und meine damaligen Vorstellungen zu denken und in alten Erinnerungen zu schwelgen.
 

Ich war fünf, als ich zum ersten Mal eine Fashion Show im TV gesehen habe. Ich kann mich noch daran klar erinnern, wie überwältigt ich war und daran auch, dass ich die Models für Göttinnen gehalten habe, die auf dem Laufsteg in den dünnen Seidenkleidern  wie schwerelose Engel liefen. Meine Mutter hat auf die Mode immer einen besonderen Akzent gelegt, und meine Kleidungsstücke immer sorgsam sortiert, als ich noch klein war und noch keinen einzigartigen Stil entwickelt habe. Sie war immer die Hübscheste (wie heute noch immer), die Männer haben sich jedes Mal umgedreht, als sie auf der Straße ging, für mich hat genau das die Mode bedeutet, bis es mir klar wurde, dass hinter den Trends viel mehr als hunderte tiefbeeindruckte Männer steckt. Seitdem bin ich daran hochinteressiert, und versuche jedes Mal meine Persönlichkeit in meinen Kleidungsstil zu setzen. Aber darum gehts genau im Leben: dich selbst zu präsentieren und dadurch andere zu inspirieren. Wenn das so einfach wäre…!
Ich verbringe unglaublich viel Zeit damit, mich selbst zu finden. Wie ich wirklich bin? Ehrlich gesagt habe ich gar keine Ahnung von mir selbst. Ich betrachte die Menschen ganz oft als wären sie verschiedene Charakter eines Filmes, aber ich könnte mich selbst nie definieren. Als wäre ich kein echtes Individuum, ich habe so viele unterschiedliche Eigenschaften, dass es mir wirklich schwer fällt, einen Ausdruck zu finden, der alles von mir sagen würde. Deswegen muss ich mich jedes Mal fragen, wenn es um die Mode geht: ist es wirklich ich? Kann ich mich darin wiederfinden, oder gefällt es mir einfach nur? Viele Sachen können uns gefallen, was aber zu uns passt, ist natürlich eine ganz andere Frage.
Die s.g. Tagesmode lässt sich aber in manchen Ländern etwas zu wünschen übrig. Diesmal muss ich als Beispiel Ungarn erwähnen, weil es der einzige Ort neben Deutschland ist, den ich von innen und außen kenne. Ich bin in einer Stadt aufgewachsen, wo man nicht hübsch genannt wird, wenn man sich „nur” schick verkleidet. Das Schlimmste war zuzugucken, wie verzweifelt die kleinen Mädchen in der Schule versuchten, den Jungen irgendwie aufzufallen. Deshalb kauft jede Fünfzehnjährige schwarze Stiefeln mit hohem Absatz, kurze Röcke und glänzende pinke Shirts mit riesigem V-Ausschnitt… Da läuft mir Kälte über den Rücken runter, wenn ich nur daran denke grr! Kein Wunder, dass ich mit meinen Nietenboots, zerrissenen Jeans und schwarzen Pullis eine richtige Außenseiterin war. Natürlich hat mich bisher auch keiner bemerkt, so ein Aussehen, das ich hatte, war dort nämlich nie „in”.
Aber es hat sich in positivem Sinn viel verändert, seit ich nach Berlin gezogen bin. Es riecht nach Mode überall auf der Straße, sei die Rede von F-hain oder Kreuzberg, hier kannst du hübsch, verrückt, einzigartig, sexy, vintage, grunge, oder einfach nur komplett durchschnittlich sein, dein Körper, deine Entscheidung. Es gibt keine Grenzen, keine Regeln, du bist derjenige, der alles im Griff hält. Hier braucht man keinen Trends zu folgen, man macht das alles schon von alleine. Und das ist nur der Anfang! Berlin wächst, Modeblogger geboren, Firmen entwickeln sich, es wird immer mehr in Fashion Weeks investiert, Mode ist nun zu einem Lebensstil geworden und es ist seit langem kein spießiges Hobby mehr.

Nun bin ich endlich angekommen. Hier bin ich aber zu Hause! Und ihr könnt mich nicht mehr loswerden ;) Dank meiner Weihnachtsstimmung habe ich ein paar alte Fotos herausgekramt, die ich mit euch auf jeden Fall mitteilen wollte. Wie stark Erinnerungen auf Fotos sein können! Als wäre es gestern gewesen, als diese Fotos gemacht worden sind! Deswegen mag ich Fotografie so sehr: was man einmal im Bild festhält, bleibt immer unberührt.

Samstag, 13. Dezember 2014

Stuck in Circumstances



-10 Grad in meinem hübsch gestalteten Zimmer. Jemand hat wieder vergessen, die Heizung anzumachen, und weil ich allein wohne, muss ich mir selbst die Schuld geben. Der Wind weht, als würde irgendjemand gerade eine riesige Mülltone zur Seite stellen, so muss ich die Musik lauter drehen. Sorry Nachbarn. Das kann wohl der gnadenlose, russische Wind vom Osten sein, der uns Anfang dieses Winters auch mit etwas Regen begrüßt, sagen sie. Meine Blase schreit nach Thermostrumfphosen, wenn ich nur daran denke, wie viele arschkalte Nächte ich überleben soll, wenn ich wie eine Verrückte, komplett verballert zur Arbeit nach TXL renne.
Gedankenverloren stopfe ich noch die letzten Tropfen Karottensaft in mich rein, und versuche es möglichst schnell runterzuschlucken, damit der eklige Geschmack meinen Verstand nicht erreicht. Der unerträgliche Geschmack der Jahre, als ich unter Gluten- und Laktosenallergie litt, und ich konnte fast nichts vertragen außer natürlich die ekligen Obst- und Gemüsesäftchen. Ich sehe noch immer meine Mutter vor mir, wie heftig sie mir zu erklären versucht, wie wichtig Vitaminen für meine Gesundheit sind. Ich habe mich jedes Mal gefragt, wie ein so ekliges Ding meinem Körper überhaupt gut tun kann. Dann ab in die Küche, wo ich verzweifelt nach irgendwas in dem Kühlschrank suche, das noch nicht verdorben oder grün ist. Ich finde nur einen Milchreis, der im August abgelaufen ist. Na, es geht noch.
Ich bekomme plötzlich eine SMS, die bestimmt von der Schichleitung kommt. Andere kriegen Liebesnachrichten von ihrem Crush, mich ruft ohne Scherz nur die Schichtleitung an: „Morgen bitte um 4:30 da sein. Bis denn.”
Aber diesmal ist ein Freund von mir dran, der mich dazu verpflichtet, zu einer spießigen Party mitzukommen.
„Ich bin aber beschäftigt!!” Lautet die Antwort.
„Aber du bist doch nicht am Online-Shoppen oder?”
Seit ich meine große Liebe zu Online-Shopping Stores entdeckt habe, bin ich eigentlich nur noch am Surfen. Sorry guys, ich habe keine Zeit, Kaffee trinken zu gehen oder sonst was, ich gucke lieber leidenschaftlich auf die Webseite von Esprit, in der Hoffnung, dass ich mich stoppen kann, bevor ich meinen ganzen Monatsgehalt (schon wieder) für Klamotten ausgebe.
„Papa, ich kann mir kein Brot leisten, weil ich neue Schuhe gekauft habe”
Aber wisst ihr was, ich habe immer die beste Ausrede, wenn es um Shoppen geht.
„Mecker nicht, ich muss doch Weihnachtsgeschenke kaufen?!”

/Kennt ihr das?
„You are always online. You should go more often outside.
 Okay, just send me the link to it.”- ich hätte es selber nicht schöner sagen können, trifft bei mir hundertpro zu./
Ich nehme die Partyeinladung an, man will ja in Berlin nichts verpassen.

Auf dem Hinweg lassen mich rausgekotzte Döner mit etwas Wein daran erinnern, dass es wieder Samstag ist. Die Zeit vergeht einfach so schnell, die Wochen verfliegen, ohne dass ich die Veränderung bemerken würde. Ich steige aus und sehe all die Jugendlichen, die sich herausfordernd angezogen in den nächsten Club beeilen. Ein paar Minuten später lerne ich die italienischen Freunde meiner Kumpels kennen und wir alle landen in einer Fete, wo unsere Altersgenossen fröhlich auf die gut gekannten R&B Songs mit aussagekräftigen und vor allem abwechslungsreichen Texten tanzen wie: „I .… that .….”, „I show you my ….”,  „you can …. me …..”, und es geht so weiter bis zum Ende der Welt.
Der eine von den Italienern zog mich zu sich und beweist nach langem Zögern, dass mein Lippenstift doch nicht kussecht ist. Shit, schon wieder reingefallen. In der Disko herrscht das reinste Chaos, die Bewegung der Menschenmenge erinnert mich an, im Sterben liegenden Makrelen, die vom Wasser rausgezogen werden. Ich frage mich manchmal, ob ich überhaupt von dieser Welt bin. Aber ganz oft scheint es mir so, dass wir alle von verschiedenen Welten kommen, die gar keine Ähnlichkeit besitzen.

Ich weiß, dass es krank ist. Dass irgendetwas in der Welt nicht stimmt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Dass es nicht normal ist. Dass wir alle auf der Suche sind nach irgendetwas, was wir vielleicht niemals finden, und auch wenn wir wüssten, dass es sinnlos ist, würden wir trotzdem weitermachen. Aber es ist mir egal.
Es ist 3 Uhr morgens, und ich kann nicht schlafen. Ich habe hier noch zu tun. Ich muss schreiben.