Sonntag, 17. August 2014

Under the falling sky feeling alright



All I ever wanted was to know what to do.

Von hier aus scheint der Himmel uns so nah zu sein. Als könnte ich ihn mit einem kleinen Finger berühren. Der Nachthimmel hat etwas Magisches an sich, was mir so viel Freude bereitet und mich zum Nachdenken anregt. Es ist meine einzigartige Erfindung, die niemand außer mich sieht. Ich bin zumindest davon überzeugt, dass der heutige Mensch auf die Naturschönheiten nicht mehr achtet, man lebt Tag für Tag, in ewiger Jagd nach Geld und Ruf, wie könnten uns ein paar Sterne aufhalten?

Ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen soll. An manchen Tagen habe ich den genauen Plan, wie meine Zukunft erscheinen soll. Plötzlich zieht ein einsamer Gedanke in meinen Kopf, der seinen Platz in meiner blinden Seele findet, und ich bin wieder verloren. Ich bin seit langem kein Kind mehr, ich will aber niemals erwachsen sein.

Aber es ist nicht immer schlecht, dich alleine zu fühlen. Die einzige Ausnahme ist der reizvolle Moment, in dem ich in einer heißen Sommernacht in die Ferne spähe.
Ist es alles nicht egal?
Frage ich mich mit heiser Stimme. Niemand ist hier, die Straße ist hier, Frosche singen fröhlich am See, die von mir schon lange geküsst worden sind, trotzdem sind mir all die Prinzen aus dem Weg gegangen.
Es macht nichts aus, was auch immer aus mir wird. Am Ende haben wir sowieso nichts in der Hand, ob wir von einem LKW überfahren sind, oder einen tödlichen Herzfarkt am Hochzeitstag unserer besten Freundin bekommen. Jeder stirbt allein, ohne Geld, Macht oder Erinnerungen. Am Ende zählt nur, ob wir den Himmel gesehen haben. Ob wir mit einem Fremden auf dem Gras in einem kleinen Laken Sterne gezählt haben, ob wir wissen, wie die Sonne auf- und runtergeht, ob wir zu unserem Hund zurückgelaufen sind, um ihn noch ein letztes Mal zu streicheln, bevor wir weggezogen sind, ob wir gelacht haben, wenn jeder Andere genervt in Stille saß. Ob wir nachgedacht haben, ob die Pflanzen auch Gefühle haben, ob sie sogar mehr von der Welt mitbekommen, als wir selbst?

Ist es melancholisch zu glauben, dass es ein Ende gibt? Dass nichts auf dieser Erde für ewig hält?
Und wenn du auf den Mond schaust, scheint es nicht mehr so weit zu sein. Dann sind all deine Probleme winzig, es gibt nur dich und den riesigen Planeten. In dem Universum ist man kleiner als eine Ameise, nichts spielt eine große Rolle, du kannst auch Napoleon sein, nach deinem Tod geht die Sonne wieder auf, die Blumen blühen wieder, neue Bäume wachsen, neues Wasser fließt, es gibt nichts, was die Natur stoppen kann. Nicht einmal unsere verrückten Gedanken, unsere Tränen, unser Lächeln, es ist egal. Im Mondlicht verschwinden wir, wie wir angekommen sind: mit einem Geschrei. 

Sonntag, 10. August 2014

If you leave, when I go, you'll find me in the shallows

Hallöchen, ich bins wieder mit einem ganz neuen Outfitpost, und seit ich in den letzten Tagen sehr beschäftigt bin, habe ich keinen Text geschrieben, stattdessen habe ich eine kleine Geschichte, bzw. einen winzigen Teil einer unglaublichen Geschichte mitgebracht und zwaar von Haruki Murakami, der mich neulich besonders inspiriert. Und jetzt kommt meine schleimige Seite :D

“The girl has a question for the boy: “How much do you love me?”
He thinks for a moment, then quietly replies, “As much as a train whistle in the night.”
She waits in silence for him to go on. Obviously there has to be a story there.
“Sometimes, just like that, in the dead of night, I wake up,” he begins. “I don’t know what time it is exactly. Maybe two or three, around then, I’d say. The time doesn’t actually matter. The point is that it’s the dead of night, and I’m totally alone, not a soul around. I want you to imagine that for me, ok? It’s completely dark, you can’t see anything. And there’s not a sound to be heard. You don’t even hear the hands of the clock, ticking out the time – for all I know, the clock could well have stopped. And then all of a sudden, it hits me that I’ve become isolated, that I’m separated some unbelievable distance from everyone I know, from every familiar place. I realize that no one in this wide world loves me anymore, that no one will talk to me, that I’ve become the kind of person no one even wants to remember. I could just disappear and no one would even notice. I feel like I’ve been pushed into a box with thick iron sides and sunk way down to the very bottom of the ocean. The pressure is so intense it makes my heart ache, I feel like I’m going to explode, to be torn in two – you know that feeling?”
The girl nods. She thinks she knows what he means.
The boy continues. “I think that’s one of the most painful experiences a person can have in life. I feel so sad and it hurts so much that I wish I could just go ahead and die, seriously. Actually, I take that back, it’s not that I wish I could die: I can tell that if things go on in this way, the air in the box is going to get so thin that I really will die. It’s not just a metaphor. It’s reality. That’s what it means to wake up all alone in the dead of night. You still following me?”
The girl nods again, saying nothing. The boy lets a moment go by.
“And then, way off in the distance, I hear a train whistle. It’s really incredibly far off, this whistle. I don’t even know where the train tracks could be. That’s how far away the sound is. And it’s so faint that it’s right on the edge of being inaudible. Only I’m certain it’s a train whistle. There’s no doubt about that. So I lie perfectly still, in the darkness, listening as hard as I can. And then I hear it again. My heart stops aching. The hands on the clock start moving. The iron box begins to rise up, nice and slow, toward the surface of the sea. And it’s all thanks to that little whistle, you see. A whistle so faint I could barely hear it. And the point is, I love you as deeply as that whistle.”
With that, the boy’s brief story is over. And the girl begins telling her own.”

-Haruki Murakami, Concerning the Sound of a Train Whistle in the Night, or On the Efficiency of Fiction