Samstag, 25. Januar 2014

Maybe you were the ocean, when I was just a stone



Eines Tages fällt bei dir endlich der Groschen: du warst die ganze Zeit im Schatten, du hast dich die ganze Zeit geirrt. Du siehst um dich herum und stellst fest, den Wald hast du bisher vor lauter Bäumen nicht gesehen. Bisher warst du die Außerirdische, die nie zusammenschließen konnte, und deine Lehrer haben das Wort „außerordentlich” falsch benutzt. Ja, vielleicht bist du außerordentlich in deiner netten Art und Weise, aber das heißt noch lange nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt.
Wo ich aufgewachsen bin, dort ist es eine Pflicht, dich so zu verhalten, wie alle Anderen, den gleichen Musikgeschmack zu haben, die Jugendtrends zu tragen, sonst bist du ein Außerirdischer. (Aber dieses Thema liegt ja jedem sehr am Herzen) Ich wollte immer den Anforderungen genügen, die Beste in der Schule sein, die Aufmerksamkeit meiner Mitschüler gewinnen, auch wenn es am Anfang ganz intuitiv war. In der Grundschule habe ich Gedichte rezitiert, und nach einer Weile konnte mich niemand besiegen. Jeder wusste, wenn ich da bin, sind nur der zweite und dritte Platz frei. Ich habe es nicht absichtlich gemacht, ich wollte einfach, dass sich die Leute an mich mit der Zeit erinnern. Wenn jemand meinen Namen erwähnt, müssen alle genau wissen, wer ich bin. Wieso? Es war für mich so etwas wie Rebellion. In einer Welt, wo alle gleich aussehen sollen, wo es eine Sünde ist, deine eigene Meinung und Prinzipien zu haben, hat man keine andere Chance, sich durch sein Individuum auszuzeichnen.
Manchmal neigen wir dazu, alles zu vergessen, was wir in der Vergangenheit durchgemacht haben. Wir fühlen uns hilflos und vor allem: einsam mit unserer außerirdischen Persönlichkeit. Denn alle, die in der Nähe sind, haben ein ausgeglichenes Leben, sie scheinen so glücklich zu sein, und in der Zwischenzeit zweifelst du dich, ob du gut genug für deine Träume und Pläne bist. Aber wieso klappt es bei dir nicht? Wieso fühlst du dich so allein, obwohl du mitten der Menschenmenge stehst? Als wäre die Tanzfläche eine öde Wüste, als hättest du keine Ahnung, was deine Aufgabe im Leben ist, als würdest du diese Welt gar nicht kennen. „Ich habe einiges erlebt, auch ganz schreckliche Dinge, aber wozu führt es? Wieso habe ich kein normales Leben, wieso habe ich keinen Freund, gehe ich Abends nicht aus, habe wenige Freunde, wieso beleidige ich immer die Menschen, die ich am Besten mag? Etwas stimmt mit mir nicht.”
Du denkst auf keinen Fall daran, dass es vielleicht nicht an dir liegt. Manchmal bist du der Einzige, der Recht hat, und das endgültige Chaos wird von Anderen verursacht. Und dann stehst du dort und verstehsts endlich: du könntest alles haben. Du könntest alles kriegen, worauf du so neidisch bist. Es kommt nur darauf an, dass du es wahrscheinlich im tiefsten Herzen doch nicht willst. Du sagst Nein, bevor dir jemand die Frage stellt. Du triffst genau die Entscheidungen, die dich zu einer einsamen Person machen, aber im Grunde sind alle nur auf dich neidisch, weil sie deinen Mut bewundern. Es ist leichter, jemanden zu verführen, der dir sehr Nahe steht, als ihn zu „übergeben”. Die Tatsache, dass jemand dir etwas wegnimmt, was dir auch gehören könnte, ist unausstehlich.  Aber am Ende des Tages weißt du genau, dass es richtig ist. Du hast eine andere Aufgabe, du hast nichts aufgegeben, sondern einfach nur losgelassen… Aber hinter diesem melankolischen Lächeln steckt jemand, der genau seine Grenze kennt. 
Du vergisst ab und zu, dass alles nur darauf ankommt, ob du es wirklich willst oder nicht, aber immerhin bist du noch immer der Chef. Du bist aus dem Spiel ausgestiegen, aber du wirst als Erstes zurückgerufen. 

Backpack: Persunmall; Dress: Sammydress


Samstag, 18. Januar 2014

Devil's resting place



-Du gibst einen aus, Nachtigal- sagte Jim Jack- Ich bin blank. Das bisschen, was ich gewonnen habe, das hab ich an diesen Hurensohn von einem Indianer verloren, Black Vest, der arbeitet für einen von den Viehaufkäufern. Alles oder nichts, nicht ein bisschen was, sondern den ganzen verfluchten Haufen auf einmal. Ein Wurf. Er hat diesen speziellen Würfel, nur ein einziger Punkt drauf, schüttelt, wirft und hat ihn. Geht ganz schnell.
-hab ich auch schon mit ihm gespielt. Willste’n guten Rat hören?
-Nein.
Die Runden kamen und gingen, und nach einer Weile sagte Jim Jack etwas von Frau und Kindern und Familienfreuden, das Stichwort, auf das hin Pake mit einer von seinen Heim-und Herd-Predigten loslegte, und beim nächsten Bier heulte Ike Soot ein bisschen und sagte, der glücklichste Tag in seinem Leben sei gewesen, als er seinem Daddy die goldene Gürtelschnalle in die Hand legte und sagte, ich habs für dich getan. Musgrove setzte allem die Krone auf mit dem Geständnis, dass er die achttausendzweihundert Dollar, die er im Finale ergattert hatte, zwischen seiner Großmutter und einem Heim für blinde Waisenkinder aufgeteilt hatte. Mit fünf Whiskey und vier Bier hinter der Binde ergriff Diamond das Wort, wandte sich an alle, auch an die zwei staubigen, schweißtropfenden Ranchgehilfen von der Heupresse hereingekommen waren, um mal die Gesichter an den kalten Bierkrug zu drücken, den Ranny zwischen sie hingestellt hatte.
-Ihr macht alle viel Gedöns von der Familie, was ich da hör, Frau und Kinder, Mama und Papa, Brüderchen und Schwesterchen, aber keiner von euch lässt sich zu Hause oft sehen, und das wollt ihr auch gar nicht, denn sonst wärt ihr nicht beim Rodeo. Rodeo ist die Familie. Die zu Hause auf der Ranch, die scheren euch einen Dreck.
Einer der Ranchgehilfen schlug mit der Hand auf den Tresen, und Nachtigal fasste ihn scharf ins Auge. Diamond hob sein Whiskeyglas.
-Prost drauf! Niemand lässt euch für sich rackern oder kommandiert euch rum wie die Deppen. Man wird fotografiert, kommt ins Fernsehen, kann unsortiert seine Meinung sagen, Autogramme geben. Wir sind wer, klar? Aufs Rodeo! Man sagt zwar, wir sind doof, aber keiner sagt, dass wir Feiglinge sind. Prost aufs große Geld für nen kurzen Ritt, Prost Leistenbruch und Wirbelschaden, Prost leere Taschen und die verdammten Nachtfahrten, auf die Chance, dass du abkratzt- passiert jemand anderem, wenn du ne gute Medizin hast. Wisst ihr, was ich denke? Ich denke…-Aber er wusste nicht, was er dachte, außer dass Ike Soot zu einem Schlag gegen ihn ausholte, aber es war nur eine Bewegung, um ihn anzufangen, bevor er in die Zigarrenkippen fiel. Das war die Nacht, in der er sein Sternenbanner-Halstuch verlor und in der sein Tief anfing.
-Zuletzt habe ich es gesehen, als einer damit die Kotze vom Boden aufwischte- sagte Bitts.- Und das war nicht ich.

Schon wieder bisschen Cowboygeschichte von Annie Proulx (Brokeback Mountain), da es mir an Zeit mangelt (besser gesagt bin ich superbeschäftigt mit meinen Sachen). Freut euch dafür! :D <3 span="">



Samstag, 11. Januar 2014

나는 당신이 그리워요


Ich sitze vorm Computer, und schaue mir die Wand an. Die Wand voller Erlebnissen, ich habe auch noch ein Mc Fitti Gesicht, das mir noch Júdithka geschenkt hat. Alles auf der ganzen Welt lässt mich an Deutschland erinnern, wenn ich mich in meinem Zimmer umsehe, den Browser öffne, Geschichte lerne oder SMS schreiben will. Ich habe mich jahrelang bemüht, deutsche Freunde zu gewinnen und jetzt kann ich schon feststellen, dass dieses Land mein zweites Zuhause geworden ist.

MEIN GELIEBTES LEIPZIG

Die weltberühmten Zwillinge Magdeburgs sind in Leipzig geboren. Wer hätte gedacht, dass ich ein paar Jahre später (poetische Übertreibung) die meiste Zeit (wenn ich im Ausland bin), in Leipzig verbringen werde? Ok, das macht nichts, es könnte ja auch Köln oder Nürnberg sein. Hauptsache, dass ich mich für eine liebevolle Stadt schwärmen kann ,oder? xD
Besser hätte alles gar nicht passieren können, es war genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Am Freitag hatte ich Abiball, und den nächsten Tag gings schon los. Erst bin ich zu meiner Schwesti gefahren, die so richtig meine Liebesratschläge gebraucht hat. (Ich, der ewige Single, habe richtig gut drauf, wie man mit einer Beziehung umgehen soll, und wie Frauen in unterschiedlichen Situationen die Männer verführen können, und wie schwer es ist, den Richtigen zu finden blablabla ... ich mach mal lieber Karriere -.-) Um 5 Uhr bin ich losgefahren, mit einem Zug, der überfüllt mit slowakischen Fußballholligans war, die die Toilette und auch die ganze Gegend vollgekotzt haben, und als ich endlich einschlief, fingen die an zu schreien. Khm gut. Als ich in Dresden angekommen bin, war total happy, dass ich wenigstens bis zu dieser Stadt geschafft habe, wo meine immer geliebte Deutschlehrerin aufgewachsen ist. Dann wurde mein Handy plötzlich kaputt, hatte kein Signal, ich konnte nicht telefonieren, nicht einmal SMS senden, der reinste Horror, wenn man ganz allein unterwegs ist. Aber ich habe meiner Júdithka immer vertraut und (wie ich geahnt habe) habe sie und ihren deutschen Mann (nennen wir ihn Oppa, erwähnen wir keinen richtigen Namen wegen höchstpersönlicher Rechten undso :D) am Bahnhof gefunden. :D Sie wollten grade abhauen, aber dann habe ich „Oppa” erkannt und sie beide ganz fest in den Arm genommen. Nach 9 Stunden Fahrt, endlich, da. Und ich lebe noch, aber ich nehme keine Verantwortung für mein Aussehen. Aber natürlich konnten wir nicht zu Hause pennen, da wir zu einem gemütlichen Weihnachtsabendessen mit Júdithkas Mutti verabredet waren. Sie hat mir sogar auch Weihnachtgeschenk gekauft!!!! Die besten deutschen Schokos und Zörbiger Marmelade *.* Und zu Hause haben auf mich weitere Schokos und Arizona gewartet als „Begrüßungsgeschenk”. Hm, da will man natürlich nie nach Hause. Ich weiß doch wohl, mit wem man befreundet sein muss ;) :D
Ich habe für heute etwas ganz Anderes geplant, aber die Liebe zu dieser Stadt und zu meinen Erlebnissen mit Freunden haben mich ganz umgehauen, so kann ich mich nicht mehr darauf konzentrieren, was man sich in Leipzig anschauen soll, wenn man auf Urlaub ist :D Aber nächstes Mal ja? Ich habe noch sowieso nicht genug über Deutschland gebloggt und die, in Budapest verbrachten Tage, fehlen ja auch noch. Nächste Woche fange ich wieder mit Outfitposten an, wenn alles nach Plan läuft. Aber ihr könnt von mir natürlich einen weiteren Post über Leipzig Diary (die besten Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Shops, Speisen usw.) erwarten, und Beiträge über Budapest kommen ja auch in Frage. Also bleibt bitte dran und denkt weniger an die Vergangenheit als ich! :D