Mittwoch, 25. Dezember 2013

Nächste Haltestelle: Himmel



4:50 Kurz nach unserem tränenlosen Abschied erhalte ich eine neue Nachricht von meiner Heimatfreundin: Pass auf dich auf <3>
So endete mein Winterbesuch in Leipzig. Im November hat mich Júdith nämlich wieder zu ihr eingeladen, damit ich mich vor der überstressigen Abizeit bisschen entspannen und ausruhen kann. Zwei faule Vögel, wir haben übelst viel koreanische Dramas geguckt, und den ganzen Tag Koreanisches gefressen, wie auch immer. Wer mich fragt, was die Deutschen immer gerne essen und was dort eigentlich typisch ist, sage ich auf jeden Fall Nabiani, Miyokuk, Kimbap, Bibimbap und Galbi :D In Leipzig gibts hunderte koreanische Kramen, auch Gemeinde, Restaurants, Märkte, sogar Gottesdienst auf ihre eigene Sprache, wo auch die Deutschen herzlich willkommen sind. Kein Wunder dann, dass unser halber Freundeskreis aus Koreanern und Koreanerinnen besteht, die uns immer mit ihrer fröhlichen Mentalität zum Lachen bringen.
Als ich das erste Mal in Leipzig war, sah ich mich überall bescheiden um, jetzt bin ich wie eine längst vermisste Königin in ihr geliebtes Land angekommen: Naaa was loos Kinnaaas??? Kinguschka ist wieder im Vaterland, wie auch immer, ihr könnt mich nicht mehr loswerden Digghas! Genauso hat es sich angefühlt, als ich mit dem neuesten Schnellzug in die Finsternis fuhr: je öfter ich Deutschland besuche, desto leichter fällt der Abscheid von der Vorstellung, dass ich eines Tages nach Berlin ziehe. Knapp 5 Jahre, erst 3, 2 scheinen auch richtig anstrengend zu sein und jetzt bin ich schon an der Ziellinie: ein halbes Jahr bis zu meinem Abitur.
Tabak. Rauchen. Katzen. Katzenhaare. Viele Katzenhaare. Überall. Arizona. Koreaner. Koreanisches Essen. Korea überall. Breites Badezimmer. Kälte. Fenster offen. Reis. Weihnachtslichter. Schwarzwald Schinken. Zörbiger Marmelade. Einzelfahrkarten.
Höllisches Fernweh, unendliches Glück, unausstehlicher Trauer. Ich bin wieder zurück und muss gestehen, diese Stadt ist einfach besser als Sex. :D Seit Tagen plane ich über meine Reise zu bloggen, aber ich schaffe es einfach nicht. Ich habe so viel erlebt, mir fehlen die Worte, ich sag einfach nur WOW. Ich brauchte mal endlich Abstand von meiner Heimat, der Teufel ist nämlich vor kurzem nach Ungarn gezogen, ich könnte ja auch meine Seele an ihn verkaufen, macht nichts. Aber die Abizeit macht mich übelst stressig, Júdith kann nicht aufhören, mich immer mit dem gleichen Satz aufzumuntern: du schaffst das, erst ein halbes Jahr und bist weg. Ich mag einfach die unglaubige Ruhe Deutschlands, die überall auf den Straßen herrscht. Deutschland ist bald mein neues Zuhause, bis Ungarn nach wie vor mein Heimatland bleibt.
Ich muss mich bei Júdith bedanken, dass ich die letzte Woche bei ihr verbringen konnte, und ich wünsche euch noch schöne Weihnachtstage, bleibt dran, es gibt in der Zukunft mehrere Posts über Leipzig und auch neue Outfitposts! Frohe Weihnachten <3>


Donnerstag, 12. Dezember 2013

Was ist los?


Na gut, schon mal von Persunmall gehört? Ich hab dieses Online-Shop mal vorgestellt, aber ich habe einen Wishlist zusammengebastelt, nur um sicherzugehen, dass ihr die Möglichkeit nicht auslasst, euch etwas zu Weihnachten zu bestellen. 
Ich bin für ne Woche weg, zu Weihnachten bin ich wieder da! Passt auf euch gut auf, ich liebe euch alle <3>



Sonntag, 1. Dezember 2013

She gave away the secrets of the past



Es ist Samstag, halb vier Uhr. Ich streng mich total an, damit ich euch wieder mal mit einem guten Post überraschen kann. Ich bin aber sooo faul, bin ich die Einzige, die in den freien Tagen gar nichts unternehmen will? Ich meine, nicht einmal eine coole Party (als ob es so eine in meiner Stadt gäbe -.-), Bier mit Freunden, eine hervorragende koreanische Comedy-Show können mich aus dem Langweile herausreißen. Was ich wirklich bräuchte, wäre ein ausreichender Schlaf. Aber ich könnte mein ganzes Leben durchschlafen, nichts reicht mir aus xD Mindestens habe ich gute Neuigkeiten, was mein Kunsttalent betrifft: ich habe eine neue Kamera in der Hand *.* Seit Monaten sauge ich eure Nerven, und informiere mich bis zum Gehtnichtmehr, was für eine Kamera ihr benutzt, meine Lieben. Ich muss gestehen, ich war seit langem nicht mehr so glücklich, meine neue Canon EOS 600D bringt mich zurück zur Kindheit, als ich mich über alle Kleinigkeiten so gefreut habe, als würden sie wenigstens die Welt retten. Bei mir ist alles bisschen durch den Wind, solange die heißen, schicken, üppigen Mädels in der Schule sich bemühen, um die heißesten Kerle aller Zeiten (von denen man nie glauben würde, dass sie überhaupt auf Frauen stehen…) ins Bett zu verführen, heule Ich tatsächlich vor Vorfreude los, wenn ich auf meine neue Kamera ein Auge werfe.
Bevor ich mehr Fakten über mich mit euch teile, könnte jemand bitte für mein Wohlbefinden alle süßen asiatischen Bandvideos von Youtube löschen? Ich wäre höchst dankbar dafür, diese periodisch zurückkehrende Manie lässt mich weder auf meine Hausaufgaben, noch auf irgendwas Anderes konzentrieren… -.-

I have a strange addiction to weird people

Ich weiß selbst auch nicht, wie ich es richtig in Worte fassen könnte. Das fühlt sich so an, als würdest du alles auf der Welt auf einmal erleben und du bist davon überzeugt, dass der Mensch, der dich gerade anstarrt, sehr gefährlich und gnadenlos ist, und obwohl du nichts dabei hast, was dich beschützen könnte, gehst du zu ihm und fängst an mit ihm zu reden. So etwas ist mir schon tausendmal passiert, zB. als ich vor 3 Jahren in Berlin auf einem Festival mit meiner Familie war. (Es war kein echtes Festival, nur ein s.g Straßenfestival, wo es auch Älteren gab :D)  Ich war gerade richtig beschäftigt mit meinen Kamera-Aufnahmen, als ich einen Typen sah, der am Straßenrand stand und fleißig rauchte. Zuerst ist er mir gar nicht aufgefallen, er war ein hübscher Durchschnittskerl, wie die Berliner im Allgemeinen. Dann hat er sich zu mir gedreht und dann habe ich bemerkt, dass das Hälfte seines Gesichts komplett blutig und wund war. Es wimmelte von verrückten Gedanken in meinem Kopf, und von diesem Moment an konnte ich nicht aufhören, ihn anzustarren. Meine Eltern haben beim Festival heftig mitgetanzt und lustige Videos über die Musiker gedreht (Der Ungar an sich neigt gelegentlich zum Stressabbau, in a really old-fashioned and weird way), in dem nächsten Moment, Gott weiß nur warum, war ich schon auf dem Weg zum komischen Mann, der abgesehen davon, dass er genau so schien, als hätte er schon zwanzig Morde verübt und zwischendurch 2tausend Opfer umgebracht, hat er sich genauso verdächtig und wahnsinnig benommen, wie ein echter Killer von der dunklen Seite. Ich habe keine Ahnung, was in meinem Kopf vorging, ich bin ja eh nicht die Person, die einfach spontan zu Fremden auf der Straße geht, um Freundschaft zu schließen?! Aber ich habe nicht nachgedacht und das Einzigste, was mich interessiert hat, war die Tatsache, dass ich erfahren wollte, wer er ist. (Es war auch nicht ausgeschlossen, dass er übelst betrunken war, oder irgendwas genommen hat, vor allem wegen seiner Reaktion…)
Ich habe nach ein paar Metern gestoppt und wartete darauf, dass er zu mir kommt. Ich habe die ganze Zeit in seine Augen gesehen und das Nächste, woran ich mich erinnern kann, waren meine Eltern, die mich schreiend von ihm getrennt haben. Alles war wie in einem Film, ich konnte nicht fassen, was gerade passiert ist. Wollte er mich schlagen? War er angepisst, weil ich ihn angestarrt habe? Hat er bemerkt, dass ich prinzipiell Angst vor ihm habe?
Die schwerste Sache war, mir selbst zuzugeben, dass er mir nicht wehtun wollte, sondern sein Plan war mich zu küssen?! Und ich hätte ja auch nichts dagegen. Komplett verwirrt bin ich vom Ort verschwunden und habe meinen Vati gefragt, was der Kerl vorhatte.
-Keine Ahnung, vielleicht wollte er dich auch einfach nur filmen, mit deiner Kamera.
Es war aber sicher nicht meine Kamera, wofür er sich interessierte, er hat meine Hände nicht einmal angefasst, um die Kamera herauszunehmen. Aber was mich an ihm gereizt hat, ist schon eine bessere, philosophische Frage. Und ich will ja auch nicht nachdenken, was hätte passieren können, wenn meine Eltern nicht in der Nähe gewesen wären und nicht direkt hinbekommen hätten, dass ihre Tochter so schnell den Verstand verliert. Hätte er mich tatsächlich geschlagen? Oder in die Arme geschlossen? Oder geküsst? Ohh, Gott segne uns alle und beschütze uns vor unseren verrückten Gedanken!