Montag, 30. September 2013

Melancholia

Fernweh- Sehnsucht nach der Ferne.
In my room at Third and Seneca
See the pigeons peck on tall roof tops
Homeless on the corners, they carouse
Ferries float out in the Puget Sound
Scenesters with their beards and tennis shoes
Skinny girls and pudgy ugly dudes
Lift their amplifiers from the ditches
Southern doormen brood in barroom witches
Seattle black, Alaska blue
Oregon grey, raincloud Vancouver
Dead in Denver, drowsy Idaho
Just dreams away from your love, San Francisco
In my room at Laurel and Beverly
Your mind blossoms, mine is withering
I'm retiring a
nd you're aspiring
You're dream-chasing, I'm only escaping
Blood orange LA, blood red Arizona
Lonestar Sante Fe, lone palm La Pomona
Old soul San Antonio, dry grass of El Paso
Lifetimes away from your love, I know
From my view at 32nd Street
Winter throws its snow down heavily
Empty halls of friends who've come and gone
I'm awoken, rushed, and dragged along
New York, New York, New Haven, Hoboken
The skylines appear spinning past in fast motion
The words we shared dissolved as they're spoken
All the worlds away from my love







Samstag, 21. September 2013

Tell me when you hear my heart stop



„Töte mich sagte sie, und er tötete sie. Und als sie endlich tot war, sagte sie noch: mach weiter.”
Man steht da wie angewachsen. Wolkenschatten rasen über die braungelben Steinhaufen wie ein Film über die Leinwand, werfen Flecken wie von einem schwärenden Ausschlag auf den Boden. Die Luft faucht, und es ist keine Brise von hier, sondern das gewaltige, grausame Brausen des Windes, das bei der Erdumdrehung ensteht. Das wilde Land- indigoblaue Bergzacken, die endlose Grasebene, Steingeröll wie Trümmer von Städten, das flackernde Rasen des Himmels- weckt einen andächtigen Schauder. Es ist wie ein tiefer Ton, den man nicht hört, sondern spürt, wie ein Krallengriff in die Eingeweide.
Gefährlicher, teilnahmsloser Boden: gegen seine feste Masse zählen die Tragödien der Menschen nicht, obwohl man die Spuren ihrer Mißgeschicke überall sieht. Kein Gemetzel von einst, keine Grausamkeit, kein Unfall oder Mord, wie er auf den kleinen Ranches passiert oder in den abgelegenen Siedlungen mit ihren drei bis siebzehn Bewohnern, hält das anflutende Morgenlicht auf. Die Zäune, Rinder, Straßen, Raffinieren, Bergwerke, Kiesgruben, Verkehrsampeln, die Graffiti zur Feier eines sportlichen Triumphs an einer Fußgängerbrücke, die Blutkruste auf der Verladerampe des Walmart, die sonnengebleichten Plastikblumenkränze zur Erinnerung an den Tod auf der Straße sind vergänglich.
Andere Kulturen haben eine Weile hier kampiert und sind verschwunden. Nur die Erde zählt und der Himmel. Nur das immer wiederkehrende Anfluten des Morgenlichts. Allmählich sieht man ein, dass uns Gott sehr viel mehr nicht schuldet.
/Annie Proulx: Brokeback Mountain/




Sonntag, 15. September 2013

A city drowned in God black tears



Es ist Freitag Nachmittag. Ich habe eine Verabredung mit XIV. Ludwig, dem Sonnenkönig. Nach unserem Date versuche ich jeden einzelnen Teil der Habsburg Monarchie in den Kopf zu werfen, aber es fällt mir nicht direkt leicht, daran zu erinnern, was ich gestern gebüffelt habe. Plötzlich fließen kleine Tränentropfen fleißig auf meinem Gesicht runter. Es dauert nicht lange, bis ich feststelle, dass ich tatsächlich weine. Seit langem habe ich es nicht mehr geübt, und ich war mir schon sicher, dass ich längst vergessen habe, wie man weint. Aber es scheint zu einfach zu sein und nach ein paar Minuten fängt mein Körper an zu zittern, als stände ich auf Zehenspitzen. Aber es ist nicht wegen Krampf, sondern wegen Schmerz.
Ich erinnere mich noch so lebhaft an den Tag, als wäre es gestern gewesen. An den Tag, als meine Mutti fünfzig geworden ist, und du wolltest sie mit fünfzig unterschiedliche Luftballoons überraschen, die überall in der Wohnung zerstreut fliegen. Du hast mich einfach nur gefragt, was ich davon halte und am Nachmittag warst du schon bei uns, bis meine Eltern in der Türkei im Urlaub waren. Du warst so fröhlich und gut gelaunt, man konnte in deinen Augen die Begeisterung wiedererkennen. Die Begeisterung dafür, dass du deine beste Freundin beschenkst. Ich schwöre, ich vergesse nie deinen Blick, als du mir gesagt hast: Du bist einfach wunderschön, genau wie deine Mutter.” Du hast dann immer meine Haare berührt und ganz breit gelächelt. Du hast dasselbe getan, als wir bei dir im Krankenhaus zu Besuch waren. Ich habe mich gefragt, warum du all das erleben sollst. So viel Schmerz hätte ein kaltherziger Killer auch nicht verdient, ich bezweifle die Anwesenheit Gottes von dem Moment an, als ich dich leiden gesehen habe. Der Sommer ist vorbei, alle Freuden sind von uns weit weg abgetrieben. Wir haben die Hoffnung verloren, du gingst mit ihr.
Es ist 11 Uhr, Glockenspiel. Fremde Menschen sitzen auf einer Bank und weinen ununterbrochen nach ihrer Geliebten. Eine Mutter schreit bitterlich nach ihrer Tochter: „Warum hast du sie mir weggenommen? Wieso tust du mir das an?” Ich versuche die Tränen runterzuschlucken, ich habe aber immer noch einen Kloß im Hals. Gott, schrecklich, das alles zu erleben. Ich weine aber heute nicht, ich überlasse diese Aufgabe meinen Verwandten. Es donnert, der Priester singt irgendwas von der ewigen Ruhe, Menschen frieren sich im starken Wind und furchtbaren Regen. Augen werden rot, Menschen kommen und gehen, Trauer bleibt.
Du hast mich immer wie deine eigene Tochter behandelt. Ich kann es noch immer nicht fassen, dass du mich nie wieder berührst, mich nie wieder anlächelst, immer wieder wenn ich allein zu Hause lernen muss oder in der Schule sitze, muss ich über dich nachdenken. Ich will von diesem Albtraum einfach nur aufwachen, nach deiner Hand greifen, und dir alles bedanken, was du für uns getan hast. Aber jeden Tag muss ich feststellen, dass du nicht mehr da bist, dein Zimmer ist leer, deine Möbel sind raus, deine schicken Klamotten werden von meiner Mutter getragen, die jeden Tag weinend ausbricht. Hoffentlich wird diese Leere in unserer Seele wieder erfüllt. Vielleicht mit der Hoffnung trösten wir uns, dass wir dich im Himmel wiedersehen können, und wir sollten uns von dir nicht für immer und ewig verabschieden. Du wirst uns im Frühling einen Regenbogen schicken, du wirst uns trösten, wenn jemand uns weh getan hat, und du wirst uns an den grauen Alltagen mit Sonnenschein beschenken, du wischst dann unsere Tränen weg, du lächelst uns an und wir lächeln zurück.
Wir schauen uns alte Fotos von dir an. Wir hatten unglaublich viel Spaß, der Schmerz scheint erträglicher zu sein. Ich atme tief ein, ich lasse meine letzten Tränentropfen von dem Wind wegfliegen. Du lebst in unserem Gedächtnis weiter, ich begegne dich im Herbstnebel, mit ausgetrockneter Kehle flüstere ich in dein Ohr: Bleib noch bisschen.

Sonntag, 8. September 2013

Nobody loves me but Jesus, my friend



That summer,” said Ennis. “When we split up after we got paid out I had gut cramps so bad I pulled over and tried to puke, thought I ate somethin bad at that place in Dubois. Took me about a year a figure out it was that I shouldn’t a let you out a my sights. Too late then by a long, long while.
Dress: CHOIES, Shoes: Monki, Brooch: Efoxcity, tights: H&M

Freitag, 6. September 2013

Blogvorstellung: Júdith Lu

Ich habe schon seit einer Weile Blogvorstellung geplant, aber im Sommer hatte ich keine Zeit darüber nachzudenken und jetzt will ich alles nachholen, was ich im Sommer beim Bloggen versäumt habe. 
Júdiths Blog ist wie sie: kreativ. Das ist das erste Wort, was mir über sie einfällt. Sie ist eine besondere Persönlichkeit und hat eine außergewöhnliche Ausstrahlung in bester Art und Weise. Ich kann mich noch an meine erste Nachricht erinnern, die ich ihr auf ihren Blog geschrieben habe. Ich habe nämlich nachgefragt, ob sie ungarisch kann, weil sie einen ungarischen Namen hat (Sie ist eine halb Ungarin und die Liebe zu ihrem zweiten Zuhause macht sie noch viel attraktiver). Sie hat mir einiges erzählt, auf fb geaddet, und mich zu ihr im Sommer eingeladen. Zuvor haben wir uns und ihre Freundin aus Graz in Bp getroffen und 2 Wochen später habe ich bei ihr Urlaub gemacht. Ich vermisse die Zeit in Deutschland sooo tierisch! *.*
Júdith hats übelst gut drauf! Und sie ist noch dazu eine Fotografin, die immer eine ausgezeichnete Arbeit leistet, was Fotografieren angeht. Wer koreanische Küche mag, soll auch bei ihr vorbeischauen und andere auch! Es ist ein Befehl! Also wenn ich mal einen schweren Tag hinter mir habe, hänge ich die ganze Zeit auf ihrem Blog rum! Júdith Lu rockt!