Freitag, 13. März 2015

Love bites



"Everyone lies, everyone hides things. Nobody makes it through this life being completely honest."


Im Leben geht es ausschließlich nur darum, unsere Fehler zu verstecken. Alles, was uns in den Hintergrund stellen mag, müssen wir vertuschen, so dass niemand auf die verrückte Idee kommt, dass wir doch nicht perfekt sind. Auch wenn wir ganz genau wissen, dass rund um uns herum alles in Trümmern liegt, tauschen wir jedes Mal vor, dass wir die Herren der Sachen sind. Dass es nichts auf der Erde gibt, das wir nicht überstehen könnten, dass es kein einziges Problem gibt, das wir nicht beseitigen könnten, seit Gedanken Macht haben, glauben wir daran, dass wir die absolute Perfektion erreichen können, und wir sind sogar ganz nah daran. Doch wer sagt die Wahrheit? Wer gibt zu, dass es unmöglich ist, hundertprozentig zu sein? Bis wann lügen wir noch über Sachen, die wir nicht getan haben, über Menschen, die wir nicht geliebt haben, über Worte, deren Bedeutung wir nie richtig verstanden haben, wer ist für die schlaflosen Nächte verantwortlich, wer zählt unsere verwirrten Schritte?
Die richtige Antwort ist viel einfacher, als man das je denken würde. Niemand. Niemand ist komplett ehrlich. Niemand sagt die genaue Wahrheit. Aber vielleicht wollte man die reine Wahrheit auch nicht hören. Vielleicht hören wir uns nur das an, was wir uns vorgestellt haben. Es ist bestimmt einfacher, die frisch gekauften Blumen anzunehmen und zu verzeihen, als uns mit der Tatsache abzufinden, dass etwas in unserer Beziehung nicht mehr funktioniert. Man braucht ständig Lügen. Das ist genau das, was uns am Leben hält.
Wir sind alleine schon eine Werbung, eine Werbung für die Gesellschaft. Wir müssen beweisen, und überzeugen, wir müssen uns selbst verkaufen, damit man uns überhaupt bemerkt.
Ich weiß selber nicht, ob das eine positive oder negative Wirkung auf uns hat. Ich weiß auch nicht, ob ich die Wahrheit wissen will. Alles, was mir fehlt, ist ein Zeichen, wenn ich nicht mehr weiß, in welche Richtung ich gehen soll. Ich will von den Menschen nicht freundlich behandelt werden, die hinter meinem Rücken über mich lästern, ich will keinem vertrauen, der nicht treu ist, ich will von niemandem geliebt werden, der an jemand anderen denkt, manchmal will ich es laut sagen, dass ich kein Objekt bin. Ich bin ein Fleisch-Blut-Mensch, mit Gefühlen, die in mir so rumspielen, wie kleine Fische im Meer und Sorgen, die mich abends nicht schlafen lassen, weil ich nie gut genug sein kann.
Ich stehe nicht im Weg. Ich lebe und lasse meine Mitmenschen leben. Ich hoffe nur, dass am Ende jeder das bekommt, was sein Herz sich begehrt. Ohne dass wir einander unterdrücken, denn für Zufriedenheit brauchen wir nicht zu kämpfen. Wir sollen sie in uns selbst finden.


Donnerstag, 5. März 2015

If you could keep only one memory, what would it be?




"Ich hab dir doch gesagt dass wir viel früher hätten aussteigen sollen du Ei!"
"Wieso hätten wir aussteigen sollen, wir hätten lieber abwarten sollen dass wir zur Endstation kommen und dann geht der Bus automatisch zurück"
"Woher weißt du dass er nicht bis nach Leipzig fährt???"
"Also ich weiß jetzt wirklich nicht mehr, wo wir sind"
Und dieser Dialog geht weiter bis zum Gehtnichtmehr, besser gesagt bis ich mich entschließe auszusteigen und wir befinden uns mitten im Nichts.
Meine Eltern haben mich am Wochenende wieder besucht.
Neben uns läuft jemand entspannt im Wald, als würde es sich von selbst verstehen, Ende Februar in einer kurzen Hose und einem armlosen Shirt rumzurennen. Sobald die Sonne scheint, gibts  in Deutschland keine Mantel-Winterboots Kombo mehr, sondern es wird automatisch Bikini getragen. Und diese Menschen bleiben kerngesund solange ich an Blasenentzündung leide, obwohl ich normalerweise 3 Strumpfhosen und mindestens 3 Socken an habe?! Thank you universe!
Wie gesagt haben wir uns in Zehlendorf verlaufen. Ein Berliner Stadtteil, der von den Einheimischen als kein Berliner Stadtteil bezeichnet und erwähnt wird, weil er ja mehr als eine Stunde entfernt vom Alex liegt. Dafür hat man ja aber überall Wälder, kleine Kinder spielen auf der Straße und es gibt unzählbare durchtranierte Rentner, die mich immer mehr an meine eigenen Eltern erinnern. Meine Mutti hatte vor eineinhalb Stunden (die sich wie zwei Tage anfühlen) die kreative Idee, Berlin zu entdecken und mit double decker zu fahren, weil sie früher sowas noch nie gemacht hat. Wir dachten wir fahren einfach zur Endstation, die aber nach eineinhalb Stunden gar nicht zu sehen war. Am Ende hatten wir natürlich keine Ahnung mehr, wo wir sind und wenn der nächste Bus zurückkommt, wir fingen also an, uns spontan zu streiten, und jemanden zwischen uns drei zu finden, der die Verantwortung für diesen Schwachsinn übernimmt. Gewollt oder ungewollt schien mein Vater der glückliche Ausgewählte zu sein...
Wie auch immer, es ist auch typisch für unsere Familie: wir machen alles, was keinen Sinn macht, wir machen rund um uns herum alles kaputt, wir glauben wir kriegen alles alleine hin und haben dabei keinen Zweifel daran, dass wir den Verstand verloren haben. Meine Einstellung verstehen leider viele nicht, aber sobald meine Eltern da sind, weiß ich, dass ich nicht anders bin, schlechter oder besser, als meine Mitmenschen- ich bin einfach nur „kreativ”.
Manchmal vermisse ich meine Eltern zu sehr. Und vielleicht nicht nur meine Eltern, sondern die Erinnerungen mit ihnen. Unser Lieblingsprogramm mit meinem Vater sprich schlafen, den russischen Akzent meiner Mutter wenn sie versucht deutsch zu reden und mich bei der Aussprache nachzumachen, das Lachen, wann alle Anderen weinen würden und ich vermisse zu wissen, dass ich noch ein Kind bin. Als kleines Mädchen wollte ich immer erwachsen werden, und jetzt beschwere ich mich bei meiner Mutti über die Erwachsenenprobleme, weil es mich uuunglaublich nervt, Rechnungen zu zahlen, alle Dokumente die es auf Erden gibt zu beschaffen, dies und das zu beantragen und das, dass ich ins Finanzamt öfter gehe, als auf eine Party, erklärt, wieso ich mich mit all diesen Papierkramen nicht beschäftigen will. Klar ist es einfacher als in Ungarn. Aber es war damals so viel einfacher, als mein Vati für alles sorgte und jetzt kann ich nicht mehr aufhören zu meckern haha.
Nachdem ich nach Berlin gezogen bin, hat sich Einiges verändert. Meine Schwesti hat sich entschlossen nach Berlin zu ziehen, damit wir zusammen sind. Meine Eltern wollen auch nach Deutschland, nachdem sie in Rente gegangen sind. Es scheint so, dass die Familie trotzdem nicht für immer getrennt bleibt. Ich höre schon fast die Stimme meiner Mutter im Kopf: "du hast deine Vitamine schon wieder vergessen einzunehmen"

Photos are made by my beautiful girl JÚDITHKA, in Budapest, in Sept 2014





Sonntag, 1. März 2015

As long as I have the newest Smartphone I don't even need a bed


Ich schreibe gerade einen hübschen, kleinen Post über die beliebtesten Handys der Welt, als mein Samsung Galaxy S Advance ERNEUT auf den Boden fällt. GROßARTIG. Kennt ihr diesen Spruch, wenn ein Smartphone runterfällt, geht der Bildschirm kaputt, aber damals noch, als Nokia runterfiel, ging der Boden statt der Bildschirm kaputt? :D Es erklärt mein allerwichtigstes Problem mit den Smartphones, egal wie sehr ich aufpasse, eine Katze kommt, oder der Wind oder ein Kollege von mir, der nicht beachtet, dass mein Handy gerade auf dem Tisch liegt und er schmeißt das runter. Du kannst ja glücklich sein, wenn es nicht sofort kaputtgeht, und in meinem Fall ist es gott sei Dank noch nicht passiert, obwohl das jetzt gerade nicht zum ersten Mal vorkam, dass mein kleines Samsung spontan, aus eigener Kraft versucht, sich umzubringen und auf einmal einfach nur runterspringt. Eigentlich plane ich seit langem, mir ein nagelneues Handy zu kaufen, aber in der letzten Zeit musste ich so viel Geld für meine Leidenschaften opfern, dass ich nicht einmal Zeit hatte, darüber nachzudenken, was für ein Handy ich beschaffen will. Vor einiger Zeit hat mir ein Freund von Simyo empfohlen, eine Seite, wo man die neuesten Smartphones und Tablets für den günstigsten Preis finden kann und bei der ich immer noch ganz gerne vorbeischaue, wenn ich mir wieder anders überlege. Eine meiner besten Freundinnen hat sich ein S5 besorgt, ein Kollege von mir hat sich beschwert, dass S4 besser war, und die Meisten in meinem Freundeskreis haben die modernsten Handys der Welt, solange ich meine Nachrichten tausendmal eintippen muss, weil mein lieber Kumpel so alt ist, dass er leider mit meinem verrückten Schreibstil gar nicht mehr mithalten kann. Ich brauche unbedingt ein neues Handy! Und natürlich wenn wir schon beim Thema sind, würde ich mich auch für eine neue Hülle freuen, diesmal würde ich wieder etwas Auffallendes aussuchen, da jeder für meine aktuelle Hasenohr-hülle schwärmt, selbst Tom Kaulitz fand sie niedlich :D Und was Tom Kaulitz niedlich findet, das muss ja dann niedlich sein! Ich habe eine Collage von meinen Lieblingshandys zusammengestellt, falls ihr einige Erfahrungen schon gemacht habt, wäre es richtig nett, wenn ihr das mit mir teilen könnt :)

Samstag, 21. Februar 2015

Winter depression


Das Leben besteht aus zahlreichen Stationen, genau wie eine lange S-Bahn Fahrt auf dem Weg nach Hause. Einige von ihnen scheinen komplett unnötig zu sein, andere haben eine viel größere Bedeutung, als wir je glauben würden.
Wir sind in der Tat von der ganzen Welt, mal positiv, mal negativ beeinflusst. Durch die Worte, die unser Ohr erreichen, durch die Emotionen, die wir gewollt oder ungewollt empfinden, durch Bewegungen und Stimmen, durch Musik und weise Worte, durch Gutes und Schlechtes. Einige Erfahrungen treiben uns in die komplett falsche Richtung, manche zeigen uns die, von uns immer gewünschte Lebensweise, und dann gibt es wieder ein paar, die in unserem Leben keine besonders wichtige Rolle spielen.
In meinem Leben geht es um die Gewohnheit. Mein Wecker klingelt jeden Tag zu derselben Zeit, ich nehme jeden Tag die gleiche Bahn, sehe die jungen Asiaten in der Haltestelle, die jeden Tag Drogen verkaufen, auf die Kundschaft wartend, höre mir die Obdachslosen in der Bahn an, wie sie für Kleingeld betteln, schaue aus dem Fenster hinaus, und erkenne, dass die Sonne schon wieder runtergegangen ist, ohne dass ich es überhaupt bemerkt hätte, ich starre den blondhaarigen Jungen im Bus an, der jeden Tag Murakami liest, ich merke mir kaum neue Gesichter, weil ich mich nicht durcheinanderbringen will. Solange Andere ihr Leben nicht zu verändern wagen, weil ihnen die Gewohnheit zu attraktiv erscheint, die Angst, dass alles immer beim Alten bleibt, und wir keine Chance haben, das Schicksal zu ersetzen, macht mich oft leise und unsichtbar.
Ich habe etwas Wichtiges gelernt: wenn du dich nur auf deinen Traum konzentrierst, dann verlierst du ihn einfach in den Einzelheiten. Das Ziel wird immer dunkler, nach einer Weile siehst du es gar nicht mehr vor dir, und du bleibst allein zwischen vier Wänden, mit den Fotos an deiner Wand, und die gestellten Fragen werden nicht beantwortet. Dann weißt du schon, du hättest ihn loslassen sollen, vom Wind verweht.  Und wenn jeder gelacht hat, hättest du mitlachen sollen, und du hättest die Momente auskosten sollen, statt das zu erwarten, dass deine Zeit kommt. Du hättest bei der nächsten Station aussteigen sollen.
Nach all den Jahren, als ich damit beschäftigt war, dir näher zu kommen, habe ich Menschen verpasst, die reale Gefühle für mich hatten. Ich habe mir eingebildet, dass sie für mich nicht genug sind, und jetzt habe ich endlich verstanden, dass jede kleine Geste eine Liebeserklärung war. Das Traurigste ist, dass sie wussten, dass sie für mich immer nichtsbedeutend bleiben, sie haben sich trotzdem angestrengt und nie aufgehört, mich als „die Einzige” zu betrachten.

Auf einmal kommt die Sonne auf und es beginnt zu regnen, als ich übermüdet nach Hause fahre. Plötzlich bekomme ich Angst und frage mich:
Was ist, wenn du auch nur eine Station in meinem Leben warst?

Samstag, 14. Februar 2015

You feel as if nothing was ever going to happen again



Ich befinde mich in einem riesigen Wald. Die dichten Äste machen mich blind, und den Weg unsichtbar, sie verhindern, dass ich weiterrenne. Ich renne irgendwas hinterher, ich kann selbst nicht sagen, was mich am Ende des Waldes erwartet. Ich weiß nur, ich erhoffe, dass ich das finde, wonach ich bisher immer so leidenschaftlich, gezwungen und hoffnungslos gesucht habe. Aber ich muss stehen bleiben, und ich merke, dass es mir plötzlich schwindlig ist. Die Äste haben meine Haut aufgerissen, die Wunden sind tief und blutverschmiert, aber ich werde nicht ohmächtig. Ich weiß, dass ich nicht mehr genug Zeit habe, ich muss mich beeilen. Ich gehe weiter und lasse mich von den Bäumen umarmen, die die tiefen Wunden überall auf meinem Körper heilen. Und dann werde ich wieder verletzt.
Der Wald wirkt immer dunkler und verlassener, Vögel sind nirgendwo mehr zu sehen.
Atmen. Du musst atmen.

Das Alleindasein beruhigt mich ein bisschen, weil ich weiß, dass ich die einzige Person bin, die mich selbst retten kann, und wenn ich versage, muss ich selber die Verantwortung tragen. Der Gedanke, aufzugeben, geht oft in meinen Kopf durch, aber meine Beine bewegen sich monoton, sie gehen nach vorne, ohne dass ich etwas dagegen tun könnte. Mein Gehirn hat die Kontrolle verloren, ich folge verzweifelt dem verschwommenen Weg, und den Stimmen, die ab und zu laut nach meinem Namen rufen. Ich sehe verschiedene Szenen aus meiner Vergangenheit. Leute, die etwas mit mir zu tun hatten, auch wenn sie sich an mein Gesicht nicht mehr erinnern. Ich bin überfordert mit den Informationen, ich habe das Gefühl, mein Gedächtnis hätte das Bild jedes einzelnen Menschen behalten, auf den ich mindestens einmal in meinem Leben einen Blick warf. Ich bin ein Album voller Erinnerungen von diejenigen, die selbst nie gefunden haben und ich habe mich dabei selbst verloren. Auf einmal empfinde ich Kälte, Wind, Hitze, meine Haare werden vom Wind leicht zerzaust, als wäre es ein Hauch von meiner vermissten Liebe und als ich meine Augen schließe, fühle ich den weichen Sand zwischen meinen Zehen. Das Gefühl kommt mir bekannt vor und ich bin mir sicher, dass ich mit der aufgehenden Sonne, dem hellen Mond und den funkelnden Sternen befreundet bin, aber ich kann keine früheren Erinnerungen hervorrufen. Je tiefer ich in den Wald renne, desto weniger bleibt. Ich kämpfe mit Wellen, schwimme mit Walen und vergesse mein Ziel, aber ich weiß, dass es nur vorübergehend ist, und ich muss lachen, wenn ich daran denke, dass nichts für immer und ewig hält, und auch wenn ich weiß, dass es nichts bringt, laufe ich weiter, bis ich keine Luft mehr kriege. Alle Sorgen, all der Stress, und die Menschen, die mein Leben früher zur Hölle gemacht haben, sind nicht einmal in Reichweite. Ich bin völlig auf mich konzentriert, ungestört von der Außenwelt, ich zähle jeden Atemzug, und jeden Herzschlag, da meine Angst vor dem Unbekannten nicht so groß erscheint. Meine größte Frage ist, ob ich überhaupt ankomme. Ob das einmal wirklich zu Ende geht, oder ich verloren bis zum Ende der Zeit laufen muss.
Es gibt kein zurück mehr.

Plötzlich wache ich auf und gucke in die Leere für ein paar Minuten. Ich öffne meine Augen und erkenne die Wunden auf meinem Körper.